Zwischen Bestand und Neuanfang - Ein Wohnensemble mit räumlicher Präzision
05·2026
Wie lässt sich in gewachsenen Siedlungsstrukturen neue Wohnqualität schaffen, ohne die Maßstäblichkeit des Ortes zu verlieren? Diese Frage wird nicht mit einem singulären Baukörper beantwortet, sondern mit einer differenzierten Setzung mehrerer Volumen.
Aus dem Rückbau dreier Bestandsgebäude entsteht ein Ensemble, das die vorhandene Körnung fortführt und zugleich eine neue räumliche Ordnung formuliert. Statt eines solitären Baukörpers setzt der Entwurf auf das Zusammenspiel von Haupthaus, Gäste- und Gartenhaus. Die Volumen sind so gesetzt, dass sie miteinander in Beziehung treten und gemeinsam mit den Außenräumen eine lesbare Struktur bilden. Wege, Blickachsen und differenzierte Freiräume verbinden die Gebäude zu einem zusammenhängenden Gefüge.
Der Garten fungiert dabei als erweiterter Wohnraum, eine integrierte Tiefgarage übernimmt die zurückhaltenden funktionalen Anforderungen. Im Inneren zeigen sich klar strukturierte Grundrisse mit fließenden Übergängen zwischen den Bereichen. Großzügige unterschiedliche Wohnzonen öffnen sich weitestgehend zum großzügigen Garten, in den oberen Ebenen entstehen weitere Rückzugsräume mit unterschiedlichen privaten Funktionsqualitäten.
Die baurechtlichen Rahmenbedingungen – klare Baufenster sowie Begrenzungen in Höhe und Länge – wirken ordnend und schärfen die architektonische Setzung. Die Qualität des Entwurfs liegt in der präzisen Auslegung dieser Parameter und ihrer Übersetzung in ein stimmiges Gesamtbild.
Die Qualität des Projekts zeigt sich weniger in formaler Inszenierung als in seiner unaufdringlichen Stimmigkeit. Insgesamt wird Nachverdichtung hier nicht als bloße Verdichtung von Fläche verstanden, sondern als Möglichkeit, vorhandene Strukturen differenziert weiterzuentwickeln.
Die architektonische zurückhaltende Formensprache in den einzelnen und verbindenden Volumen stärkt die hohe Qualität des entstehenden Wohnensembles.