Ein Schlossensemble im Wandel – Architektur zwischen Geschichte und Gegenwart
02·2026
Das Schloss Augustenburg im Kirchviertel von Grötzingen weist eine vielschichtige Baugeschichte auf. Den ältesten Baubestand bilden mittelalterliche Kellerräume aus dem 12. Jahrhundert, die als Fundament dienen. Das heutige Erscheinungsbild des Ensembles wird maßgeblich durch den Umbau von 1699 mit seinen beidseitigen Treppentürmen geprägt. Die ursprünglich an den Mittelbau anschließenden Flügelbauten wurden in den 1970er Jahren abgebrochen und durch Neubauten ersetzt, um das Ensemble funktional zu erweitern. Nach Aufgabe der Nutzung als Seniorenpflegeheim Ende 2017 erfolgte der erneute Rückbau der beiden Seitenflügel. Seit mehreren Jahren steht das denkmalgeschützte Areal ungenutzt und wartet auf eine städtebauliche Neuperspektive.
Die aktuelle Planung setzt auf eine architektonische Weiterentwicklung und Transformation, die Bestand und Ergänzung in ein ausgewogenes Verhältnis bringt. Das denkmalgeschützte Schlossgebäude wird saniert, umstrukturiert und durch neue Schlossflügel ergänzt, deren Maßstab und Körnung wie auch in der zukünftigen Nutzung sich am städtebaulichen Kontext orientieren. Ein eigenständiger Neubau tritt als Solitär hinzu, während auch das Kavaliershaus instand gesetzt wird. Entstehen soll ein vielfältiges Wohnangebot mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen, einschließlich barrierefreier und altersgerechter Einheiten, eingebettet in gemeinschaftlich nutzbare Außenräume.
Auf einen Wettbewerb im Jahr 2017 folgten vertiefende Machbarkeitsstudien, die im produktiven Austausch mit den verantwortlichen Behörden weiterentwickelt wurden. Mit dem abschließenden Grundstückserwerb Ende 2025 beginnt der langersehnte Start der Vorplanung - die nächste Phase der Weiterentwicklung und Transformation – als sorgfältige Fortschreibung des Schlossareals Augustenburg im Spannungsfeld von Bestand, Ergänzung und Neubau.